Entwicklungszusammenarbeit
Ein Schwerpunkt der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen liegt nach wie vor in der Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland gehört zu den wichtigsten bilateralen Gebern Albaniens. Die zwischen den beiden Regierungen 2001 vereinbarten prioritären Felder der Entwicklungszusammenarbeit sind die Elektrizitätsversorgung, die Wasser- und Abfallwirtschaft sowie die Förderung der Privatwirtschaft.
Insgesamt hat Deutschland Albanien seit 1988 allein im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mehr als 387 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen die Anteile Deutschlands an den Leistungen multilateraler Geber wie der EU, der Weltbank oder den Vereinten Nationen.
Damit beläuft sich die deutsche Unterstützung für Albanien bisher auf mehr als 700 Mio. Euro. Das Land liegt damit, gerechnet pro Kopf der Bevölkerung, in der Spitzengruppe der Empfängerländer deutscher Entwicklungshilfe.
Die DEG mbH gewährt Landeslease ein Darlehen in Höhe von EUR 2,5 Mio.
Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH gewährt der größten unabhängigen Leasinggesellschaft in Albanien, Landeslease, ein weiteres Darlehen in Höhe von EUR 2,5 Mio. DEG und Landeslease haben ihre Kooperation 2008 mit dem ersten langfristigen Darlehen gestartet, um den Zugang von lokalen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu Finanzierungsmitteln zu verbessern. Mit dem neuen Darlehen weitet die DEG ihren Finanzierungsrahmen für Landeslease auf EUR 8 Mio. aus.
Landeslease wurde 2005 gegründet und hat entscheidend zur Entwicklung des Leasingsektors in Albanien beigetragen. Die Gesellschaft legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen und hat bislang über EUR 25 Mio. zur Leasingfinanzierung neuer Maschinen, Geräte und Werkzeuge zur Verfügung gestellt.
Die DEG, ein Tochterunternehmen der KfW, ist eines der größten europäischen Entwicklungsfinanzierungsinstitute für langfristige Projekt- und Unternehmensfinanzierungen. Das Ziel der DEG ist es, privatwirtschaftliche Strukturen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu etablieren und auszubauen, um dadurch eine Grundlage zu schaffen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. In Albanien engagiert sich die DEG seit 2005 und hat dort seitdem über EUR 30 Mio. in verschiedenen Wirtschaftssektoren des Landes investiert.
Deutschland ist als bilateraler Geber in Albanien mit großen Projekten in den Schwerpunktbereichen Energieversorgung, Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung, sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung engagiert. Alle diese Projekte werden von den etablierten Durchführungsorganisationen der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit, KfW und GIZ, in Zusammenarbeit mit ihren albanischen Projektpartner finanziert, geplant und umgesetzt.
Die Deutsche Botschaft Tirana nimmt als diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland die Pflege der politischen, wirtschaftlichen, entwicklungspolitischen, kulturellen und konsularischen Beziehungen mit der Republik Albanien wahr. Daneben betreut sie aber auf Antrag aus der albanischen Bevölkerung jedes Jahr einige kleine Projekte der humanitären Hilfe. Die wurde in diesem Jahr u.a. geleistet durch die Abdichtung und Sanierung des Flachdaches des Kindergartens "Erjola Lluka" in Puka/Nord-Albanien.
Kindergarten "Erjola Lluka" in Puka
Die deutschen Botschaften sind keine Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit. In besonderen Einzelfällen führen sie dennoch an ausgewählten Plätzen in Eigenregie kleinere, in kurzer Zeit umzusetzende Projekte der humanitären Hilfe durch. Das Dorf Thethi in den albanischen Alpen (ca. zwei Autostunden von Shkodra entfernt gelegen) wurde in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Überschwemmungen. Deshalb und wegen mangelnder Erwerbsmöglichkeiten wanderten in den vergangenen Jahren vor allem Jugendliche ab. Zuletzt schöpfte der Ort jedoch wieder Hoffnung. Das landschaftlich sehr reizvolle Berggebiet war von Wander- und Klettertouristen ohne großen Komfortanspruch entdeckt worden. Um dem Ort zu helfen, die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen, hat die Botschaft in diesem Jahr den Kauf von Baumaterialien und Setzlingen finanziert.
Thethi lebt auf
Botschafterin Müller-Holtkemper bei der Preisverleihung für besonders kreative Kleinunternehmen in Albanien
Am 06. Dezember wurden anlässlich eines Empfangs im Hotel Tirana International in Anwesenheit von Botschafterin Carola Müller-Holtkemper besonders kreative albanische Kleinunternehmen preisgekrönt. Ihre Produktideen aus ganz unterschiedlichen Branchen wurden aus insgesamt 33 eingereichten Projekten als besonders förderungswürdig und gelungen ausgewählt. Die unter Beteiligung der albanischen Ministerien für Wirtschaft und Kultur ermittelten Unternehmen konnten sich über Preisgelder von insgesamt 55.000 € aus Projektmitteln der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) freuen.
Abfallentsorgung in Südost-Albanien mit deutscher Hilfe
Am 19.07.2011 unterzeichneten die deutsche Botschafterin Carola Müller-Holtkemper und der albanische Minister für Öffentliche Arbeiten, Transport und Verkehr das erste Abkommen über Finanzielle Zusammenarbeit zur Einführung eines Abfallwirtschaftssystems in der Region Korca. Danach sollen in der ersten Phase die Planung und Genehmigung einer zentralen Abfalldeponie in Maliq vorangetrieben werden. In der 2. Phase sollen dann die geordnete zentrale Siedlungsabfalldeponie und dazugehörige Transferstationen errichtet werden. Durch das Vorhaben soll so ein für die gesamte Bevölkerung im Raum Korca spürbarer Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, zum Schutz der Umwelt und der Siedlungshygiene geleistet werden. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rd. 11,5 Mio €.
Am 14.06.2011 besuchte Botschafterin Carola Müller-Holtkemper den wichtigsten Seehafen Albaniens in Durres. Sie nutzte diese Gelegenheit, um sich vom Chef der Hafenverwaltung Eduart Ndreu über die besonderen Bedingungen und Probleme am Hafenstandort Durres errichten zu lassen. Darüber hinaus besuchte sie das dort erfolgreich tätige deutsche Verladeunternehmen Albanian Stevedoring Company. Gemeinsam mit dessen Chef, Kapitän Jens-Uwe Ströber, unternahm sie anschließend eine Hafenrundfahrt, bei der ihr die wichtigsten Kai- und Ladeeinrichtungen vorgeführt wurden.
Hafenbesuch der Botschafterin in Durres
Am 7. Juni 2011 eröffnete Botschafterin Carola Müller-Holtkemper zusammen mit Premierminister Sali Berisha und dem Gouverneur der Zentralbank Ardian Fullani das 5. Jahrestreffen des Europäischen Fonds für Südost-Europa (EFSE), das erstmals in Tirana stattfand.
Der auf Initiative der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gegründete EFSE ist einer der weltweit größten Mikrofinanzfonds. Seine erfolgreiche Arbeit basiert auf der Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Investoren. Alle Aktivitäten von EFSE - die effiziente und unbürokratische Vergabe von Krediten an kleinste und kleine Unternehmen und die Koordinierung der Finanzierungsaktivitäten internationaler Finanzinstitutionen und bilateraler Geber - verfolgen ein Ziel: Arbeitsplätze sichern und schaffen. Denn dies ist letztlich der Schlüssel für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand.
Als Albanien sich im Mai 2009 als erste Regierung in der Region als Anteilseigner an EFSE beteiligte, zeigte sie ihr großes Interesse an der Entwicklung und Integration Albaniens in die europäische Wirtschaft. Bis Ende 2010 hat EFSE allein in Albanien über seine vier albanischen Partnerbanken mehr als 8.700 Mikrokredite an Unternehmen und private Haushalte vergeben.
EFSE Annual Meeting 2011
Deutsche Hilfe zur Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur in Nordalbanien
Die deutsche Botschafterin Carola Müller-Holtkemper hat am 25. Mai 2011 mit dem albanischen Finanzminister Ridvan Bode ein Abkommen über finanzielle Zusammenarbeit geschlossen.
Danach stellt die deutsche Regierung Albanien ein zinsvergünstigtes Darlehen über 20 Mio € zur Verfügung. Weitere 9 Mio € werden aus Mitteln der Europäischen Union bereitgestellt. Mit diesem Geld sollen in den Regionen Shodra, Kukes und Diber ländliche Straßen und Wasserversorgungsanlagen gebaut bzw. erneuert werden. Insgesamt sollen über 460.000 Einwohner ländlicher Gebiete von diesen Maßnahmen profitieren.
Press Release: Intergovernmental agreement on “Social Investment Fund IV" [pdf, 186,31k]
Am 26. Mai 2011 besuchte Botschafterin Carola Müller-Holtkemper ein Projekt der deutschen finanziellen Zusammenarbeit mit Albanien. In Berat und Kucova werden gemeinsam mit dem Wasserwerk Berat-Kucova die vorhandenen Einrichtungen zur Wasserversorgung der örtlichen Bevölkerung mit einem Kostenaufwand von ca. 7 Mio € erneuert und erweitert. Ziel des Projekts ist es, in und um Berat ca. 72.000 und im Raum Kucova 43.800 Einwohner ständig mit einwandfreiem Trinkwasser zu versorgt. Dies war mit den bisher verfügbaren Installationen nur für bis zu acht Stunden pro Tag möglich. Das von Botschafterin Müller-Holtkemper besuchte Projekt ist Teil des Programms zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Mittelalbanien (Lushnja, Berat, Kucova).
Bildergalerie : Trinkwasserversorgung für die Regionen Berat und Kucova
Am 10. Mai 2011 unterzeichneten Botschafterin Carola Müller-Holtkemper und der albanische Minister für öffentliche Arbeiten und Transport Sokol Olldashi in Tirana zwei Abkommen über finanzielle Zusammenarbeit. Danach stellt Deutschland Albanien vergünstigte Kredite über 30 Mio € zur Verfügung. Damit sollen u.a. Baumaßnahmen zur Sicherstellung einer zuverlässigen und hygienisch einwandfreien Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung in albanischen Mittelstädten finanziert werden. Insgesamt sollen ca. 500.000 Einwohner in den Städten und umliegenden Dörfern von Saranda, Fier, Gjirokastra, Berat, Kucova, Lushnja, Lezha und Kamza von diesem Programm profitieren.
Bildergalerie: FZ-Abkommensunterzeichnung
Am 8. Dezember 2010 veranstaltete die Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ-Stiftung) in Zusammenarbeit mit der School of Magistrates und unter Teilnahme der Botschaft Tirana im Hotel Tirana International eine multilaterale Konferenz zum Thema „Richterausbildung, Richterprüfung, Richterfortbildung“. Geladen waren Repräsentantinnen und Repräsentanten der Justizakademien/Zentren für Aus- und Weiterbildung der Justiz aus Bosnien und Herzegovina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien und Montenegro (ebenfalls Partnerländer der IRZ-Stiftung im Rahmen ihrer Projektarbeit in Südosteuropa) sowie deutsche Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Justizreferendarausbildung.
Multilaterale Konferenz
Am 14. Oktober 2010 fand an der Deutschen Botschaft Albanien eine gemeinsame Präsentation der GTZ und der KfW Entwicklungsbank statt, welche die Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit Albanien thematisierte. Die Veranstaltung wurde von über 100 geladenen Gästen sowie wichtigen Kooperationspartnern besucht.
Präsentation der GTZ und der KfW
Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem GTZ-Programm „Entwicklung der Humanressourcen und Berufliche Bildung“, und den Ministerien für Bildung und Wissenschaft und Arbeit und Soziales.
Am Montag, den 31.5. wurde bei einer kleinen Zeremonie im Bildungsministerium der Durchführungsvertrag für das seit Beginn des Jahres laufende Berufsbildungsprogramm der GTZ unterzeichnet. Ziel des Programms ist es, dass durch einen integrativen Ansatz die Qualität beruflicher Aus- und Weiterbildung und der Berufsberatung verbessert wird. Es steht somit im Einklang mit den Zielen der albanischen Regierung, die insbesondere jungen Menschen berufliche Chancen eröffnen und die Arbeitslosigkeit bekämpfen will.
In gemeinsamer Verantwortung mit den unterzeichnenden Ministerien sollen somit Jugendliche und Erwachsene beiderlei Geschlechts nachhaltig in der Lage sein, sich am nationalen und europäischen Arbeitsmarkt zu positionieren
Der Vortag wurde von albanischer Seite von Bildungsminister Myqerem Tafaj und dem Arbeitsminister Spiro Ksera, und von deutscher Seite von der GTZ-Büroleiterin in Albanien Frau Ulrike Gantzer-Sommer und der Programmleiterin Katja Steurer, in Anwesenheit von Botschaftsrat Jan Rudolph, unterzeichnet.
Engagement der GTZ: Sanfter Tourismus in den Albanischen Alpen
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ GmbH) engagiert sich seit Jahren in der Förderung des Tourismus in Albanien. Eines ihrer Projekte beschäftigt sich mit der Entwicklung von sanftem Tourismus in der Bergregion von Theth in den Albanischen Alpen, einer der abgelegensten doch zugleich atemberaubendsten Berglandschaften des westlichen Balkans.
Weitere Informationen zum Projekt und den Urlaubsmoglichkeiten in Theth finden sie hier ...
Thethi – Urlaub im Einklang mit der Natur [pdf, 353,08k]
Renovierung eines Kindergartens in Puka
Die Botschaft führt seit vielen Jahren auf Antrag unterschiedlichster Projektträger humanitäre Kleinstprojekte in Albanien durch. So war sie 2009 von einem Selbsthilfeverein von Hausfrauen in der Gemeinde Puka in Nordalbanien um Hilfe gebeten worden. Der baulich völlig marode und schlecht ausgestattete Kindergarten des Ortes Puka„Erjola Lluka“ sollte im Erdgeschossbereich saniert werden und kindgerechtes Mobiliar erhalten. Ein Vorhaben, zu dem die Botschaft 14.500 € beigesteuert hat. Nur dank dieses Beitrages konnte das Projekt überhaupt in Angriff genommen und inzwischen abgeschlossen werden.
Die deutsche Botschafterin Carola Müller-Holtkemper hat dem Kindergarten am 03. November 2010 einen Besuch abgestattet und dabei in Anwesenheit des Bürgermeisters von Puka feierlich die neuen Räumlichkeiten eingeweiht und ihren kleinen Nutzern übergeben.